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TherapieRessourcen schaffen

»Sie sind der Experte — machen Sie mich gesund!« ist eine weit verbreitete Haltung vieler Patienten. Natürlich schafft eine Massage oder Spritze kurzfristig Linderung. Aber: eine passive Behandlung ist in der Regel nicht nachhaltig, Ihr Körper lernt nicht dazu. Wer seinen Körper dauerhaft zurück in seine natürliche, schmerzfreie Balance bringen möchte, muss Fehlmustern und Ungleichgewicht mit Kraft, Bewegung und Koordination aktiv entgegenwirken. Wie das gelingt, zeigt das folgende Praxisbeispiel:

Eine 50-jährige Frau leidet seit Jahren unter Rückenschmerz. Weil der Schmerz mittlerweile akut in das linke Bein ausstrahlt, kommt sie zu uns in die Praxis. Im Gespräch erfahren wir, dass die Patientin beruflich viel sitzt und privat nur we­nig Bewegung bekommt. Der Rücken ist steif, das Hüftgelenk blockiert, die Muskeln im Schultergürtel sind stark verspannt, der Ischiasnerv links schmerzt bei probehalber Dehnung extrem. Ein MRT und die 4D-Bewegungsanalyse er­geben: Bandscheibenschäden in mehreren Lendenetagen, die Wirbelsäule weicht deutlich nach rechts ab, Becken und unterer Rücken sind blockiert.

Um die akuten Schmerzen zu lindern, starten wir mit einer osteopathischen Be­handlung von Rücken und Schultergürtel, lockern die linke Hüfte und das Iliosa­kralgelenk (kurz ISG, verbindet die Wirbelsäule mit dem Becken) und ergänzen die passive Behandlung um eine Schmerzakupunktur. Die Dame erhält zudem basische Stoffe gegen Übersäuerung, außerdem empfehlen wir Bewegung, Wärme und Schonung.

Nach vier Behandlungen sind die Akutschmerzen unter Kontrolle und wir können mit dem aktiven Teil der Therapie beginnen: Mit dem sogenannten ›Elektromyo- gramm‹, kurz EMG, messen wir die Muskelspannung. Außerdem testen wir Muskelkraft, Beweglichkeit und Koordination. Die Rückenmuskulatur ist gegen­über den Schultern nur schwach ausgeprägt. Zusätzlich besteht ein deutliches Ungleichgewicht zwischen linker und rechter Körperhälfte, die linke Seite ist schwach und blockiert.

Gemeinsam mit einem Sportwissenschaftler entwickeln wir einen Trainings- und Bewegungsplan zur Stärkung des Rückens und der Hüfte. Wir entwickeln Übun­gen zur besseren Koordination der Schulter und des Nackens, zur Bewegung und Entspannung. Wir klären, wie oft die Übungen durchzuführen sind und wie sich diese in den Alltag integrieren lassen. Nach sechs Wochen erscheint die Dame zur Kontrolle — wir überprüfen die Durchführung und Wirksamkeit der Übungen — das Ergebnis:

Die Patientin berichtet, dass die Spannung im Schultergürtel nach­gelassen hat, sie sich wieder deutlich besser bewegen kann. Nach langem Sitzen blitze der Schmerz im linken Bein kurz auf. Bei der Untersuchung fällt auf, dass die Patientin wieder gerader steht, die Hüfte links beweglicher geworden ist und es ingesamt ›runder‹ läuft. Wir erklären, dass der Organismus etwa vier bis sechs Wochen benötigt, um das neue ›Programm‹ anzunehmen und emp­fehlen, den Trainings- und Bewegungsplan konsequent fortzusetzen.

Das erfordert ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit und Kontinuität — aber: Der Patientin wird es so gelingen, ihren Körper aktiv zurück in seine natürliche, schmerzfreie Balance zu bringen.

Unser Angebot

Sie leiden akut oder dauerhaft unter Muskel- und Gelenkschmerzen? Bisherige Untersuchungen und Behandlungen haben die Schmerzen kurzfristig gelindert, langfristig aber nur wenig verbessert? Wir nehmen uns Zeit: für eine umfassen­de Diagnostik und die Entwicklung eines individuellen Trainings- und Bewe­gungsplans.

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